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Dschungel & Gestaltungsprinzipien

Rückblick auf die Therapeutische Konferenz vom 11. November 2023


Wenn ich an den Dschungel denke, so habe ich folgendes Bild vor Augen:

Dichter Wald. Riesige Baumkronen strecken sich zum Himmel, ihre Äste sind ein miteinander verflochtenes Netzwerk. Starke Baumstämme sind umgeben von dichtem Unterholz, von Farnen und Moosen. Ranken winden sich empor, Kletterpflanzen hangeln sich von Baum zu Baum, Aufsitzer bedecken die Äste.

Vom Boden aus sind die Stockwerke des Dschungels kaum erkennbar. Doch bieten die einzelnen Etagen verschiedenen Tieren unterschiedliche Lebensräume. Der Dschungel ist ein Dickicht voller Leben: Pflanzen mit unterschiedlichsten Ansprüchen bringen ein immenses Spektrum an Farben und Formen hervor, Affen huschen zwischen den Zweigen und Vögel geben exotische Schreie von sich, Schmetterlinge tanzen in der Luft, während unzählige Insekten umherschwirren.


Auf positiven Erfahrungen aufbauen und etwas bewirken zu können.
Dschungel & Gestaltungsprinzipien

Du fragst dich bestimmt, was die Therapeutische Konferenz und die komplementärtherapeutische Arbeit mit dem Dschungel zu tun haben. Während der Fallvorstellung erinnerte sich die präsentierende Therapeutin an Momente in der Prozessbegleitung, die sich auf Grund der Komplexität für sie wie im Dschungel anfühlten. Sie erlebte eine sehr engagierte Klientin, die in ihrem Bewegungsfeld mit sehr unterschiedlichen schwerwiegenden Faktoren im Leben zurechtkommen musste. Primär wollte sie die einschränkenden Symptome der Hüftarthose verringern, litt aber auch unter anderem an Rückenschmerzen. Die KomplementärTherapeutin fasste in der Rückschau und Reflexion das Thema der Prozessbegleitung folgendermassen zusammen: Es ging letztlich darum, die Klientin zu ermutigen, aktiv zu werden, um ihre Lebensqualität zu verbessern.


Im Austausch wurde über verschiedene Mittel und Methoden diskutiert, Fachliches wurde abgewogen, Inspirationen konnten gewonnen werden. Gisela Stauber hat die Therapeutische Konferenz strukturiert und empathisch moderiert, Susanne Kieser hat die Fallvorstellung mit der KomplementärTherapie verbunden und dabei inspirierende Impulse gelegt:

In den Grundlagen der KomplementärTherapie finden sich konkrete Hinweise darauf, wie wir in unserer Arbeit als KomplementärTherapeutInnen den Genesungsprozess gestalten und begleiten können. Mit den Gestaltungsprinzipien


  • Prinzip der Beziehung

  • Prinzip des Dialoges

  • Prinzip der positiven Erfahrung

  • Prinzip der Lösungsorientierung

  • Prinzip des Prozesses


können wir unsere KlientInnen im Prozess zu selbstkompetenten und selbstwirksamen Menschen ermächtigen. Auf das Thema der Konferenz scheinen die Gestaltungsprinzipien die Antwort zu sein. Die Prinzipien bieten auch im Dschungel konkreten Halt. So kann zB. der Weg zu einer Dschungel-Lichtung als Lösungsorientierung dienen. Auf diesem Weg können Strategien entwickelt werden, um durch das Dickicht zu manövrieren, um etwas, die Lebensqualität Verbesserndes mitzunehmen und umzusetzen, anstatt sich von den vielen Bäumen und Verwachsungen entmutigen zu lassen. Wir TherapeutInnen schaffen Räume, um positive Erfahrungen erlebbar zu machen.

Das Prinzip der positiven Erfahrung setzt darauf, vorhandene Ressourcen zu stärken und weiter zu entwickeln, Schritt für Schritt neue Handlungsweisen zu erlernen, auf diesen Erfahrungen aufzubauen und etwas bewirken zu können. Im Yoga lässt sich das Prinzip der positiven Erfahrung auf allen drei Ebenen (Körper, Atem, Geist) anwenden. Folgende Fragen lassen mich dieses Prinzip überprüfen:


  • Bin ich mit der KlientIn noch in der Gestaltung ihrer individuellen Anliegen und Gegebenheiten?

  • Ist der eingeschlagene Weg, diese Übung noch machbar?

  • Macht sie dadurch eine positive Erfahrung?

  • Kann sie mit diesem Angebot zuhause selbständig üben?

  • Und wenn wir nochmals auf das Bild des Dschungels zurückkommen, wie lässt sich da das Prinzip der positiven Erfahrungen erklären?

 

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass eine Metapher (es muss nicht unbedingt der Dschungel sein) mir hilft, die Grundlagentexte der KomplementärTherapie noch einmal anders zu verinnerlichen. Mittels der Metapher setze ich die theoretischen Grundlagen in einen anderen Kontext. Dies erleichtert mein Verständnis, macht Theorien zugänglich, vermittelt mir neue Sichtweisen, schafft starke Bilder, koppelt an Emotionen und ermöglicht mir neue Fragen und Auseinandersetzungsansätze.

 

  • Wie sieht dein Dschungel aus?

  • Wie passen die restlichen Gestaltungsprinzipien in dein Bild?

 

Ich danke Susan für das Aufgreifen dieses Bildes, danke Gisela für die gelungene Moderation und dem ganzen Vorstand für das Gelingen dieser Veranstaltung. Einen besonderen Dank geht an die KomplementärTherapeutin, welche uns einen Einblick in ihre Arbeit und in diese Prozessbegleitung geschenkt hat.

Lieben Dank an Alle für das Teilnehmen an der Therapeutischen Konferenz und für die vielen spannenden Fragen und Inputs.




11. Dezember 2023, Monika Schuler

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Sturzprävention

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